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Klassifizierungssysteme für den Wettkampf- und
Leistungssport gibt es auch bei den Nichtbehinderten. Wer kennt nicht die Gewichtsklassen in der Schwerathletik und die Alterklassen
von den Schülern bis zu Frauen.
Es erscheint uns so selbstverständlich, dass kaum jemand dahinter eine
Klassifizierung entdeckt. Das letzte Beispiel macht uns den Zweck der
Klassifizierung deutlich: Es sollen auch die Menschen zur aktiven Teilnahme am
Wettkampfsport motiviert werden, die aufgrund körperlicher Nachteile keine Chance auf eine erfolgreiche Teilnahme hätten. Sie
würden wahrscheinlich frustriert abseits stehen, d.h. eine geringere Anzahl
von Sportlern würde die Sportart ausüben.
Die Anwendung von Klassifizierungssystemen fasst die Teilnehmer einer Sportart in ähnliche Gruppen
zusammen, so dass die Leistungen untereinander vergleichbar sind und sich die
Chance vergrößert, gleichwertige und spannende Wettkämpfe zu erleben.
Die Handicaps, die Menschen mit einer
Behinderung beim Sporttreiben haben, sind unvergleichlich größer und
vielfältiger als bei Sportlern ohne Behinderung. Sehgeschädigte und blinde
Sportler haben ein
anderes Handicap als Sportler mit Körperbehinderungen. Athleten mit Behinderungen
der Beine benutzen Prothesen oder
einen Rollstuhl beim Sport. Selbst die Sportler mit Behinderungen der Arme
bilden eine inhomogene Gruppe, auch wenn die Beine bei allen voll funktionsfähig sind.
Schließlich fehlt noch die Gruppe der spastisch gelähmten Athleten, bei denen
die Koordination von Muskeln gestört ist.
Die Vielfalt der Behinderungsarten und Behinderungsformen hat zur Auswahl spezifischer Sportdisziplinen und zur Anwendung eigener
Klassifizierungssysteme geführt.
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Behinderung |
Anzahl der
Klassen |
|
Sehschädigung/
Blindheit |
3 |
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Körperbehinderung, stehend |
7 |
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Rollstuhlfahrer |
4
"Track" 8 "Field" |
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Spastisch Lähmungen |
7 |
|
Geistige
Behinderung |
1 |
In vielen Sportarten versucht
man, zumindest die körperbehinderten Sportler funktionell zu klassifizieren, d.h. man achtet auf die Bewegungen,
welche die Athleten unterschiedlicher Behinderungsarten gemeinsam haben.
So sind bei den Rollstuhldisziplinen beinamputierte oder sogar spastisch
gelähmte Sportler den querschnitt- oder
poliogelähmten Athleten zugeordnet.
Bemerkenswert ist hierbei die Berücksichtigung der Erfahrungen von Sportlern
mit einer Behinderung. Sie entwickeln nicht nur Sportgeräte (Rollstühle,
Prothesen und Kompensationstechniken) die das bestehende Handicap verringern,
sondern helfen bei der Entwicklung einer disziplinspezifischen Klassifizierung
und Bewertung.
Fortschrittliche Trainer und Wissenschaftler haben schon lange
diese wichtige Erfahrungsquelle nutzen gelernt und ermutigen deshalb die
Sportler zur Mit- und Selbstbestimmung.
Die Klassifizierung bleibt ein heißes Eisen im Behindertensport.
Man möchte weg von den vielen Klassen. Allenthalben wird nach eigenen
Bewertungssystemen gesucht, die die Leistungen untereinander vergleichbar
machen.
Doch wird man damit den Menschen mit einer Behinderung gerecht? Zweck der
Klassifizierung ist es, viele Menschen am Wettkampfsport zu beteiligen. Dieses
Ziel sollte man bei allen Bemühungen nicht aus den Augen verlieren.
vgl. Horst Strohkendl
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